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Firmenwagen, Kosten & Steuer: Lohnt sich der Dienstwagen?

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Firmenwagen Steuer Kosten Lohnt sich der Dienstwagen

Dienstreisen sind auch in der heutigen Zeit wichtig, da sie die Beziehung zwischen Unternehmen und Kunden festigen und zum Gewinnen neuer Kontakte beitragen. Dienstreisen mit Firmenfahrzeugen bringen einem Unternehmen Gewinne ein, sind jedoch auch mit Kosten verbunden.

Daher fragen sich viele Unternehmer, ob sich der Einsatz von Dienstwagen bei den derzeitigen Preisen für Kraftstoff und Unterhalt noch lohnt oder ob moderne Alternativen wie ein flexibles Mobilitätsbudget günstiger sind.

Firmenwagen steuerlich absetzen

Sobald ein Fahrzeug mehr als 50 % betrieblich eingesetzt wird, kann es zum Betriebsvermögen gerechnet und steuerlich abgesetzt werden. Schafft der Unternehmer ein Neufahrzeug an, kann er es im Allgemeinen über sechs Jahre abschreiben. Zudem können laufende Kosten als Betriebsausgaben abgesetzt werden. Dazu zählen beispielsweise Kfz-Steuer, Versicherungsbeiträge, Tankquittungen, Reparaturrechnungen und Straßenbenutzungsgebühren (Maut).

Ein weiterer Vorteil für das Unternehmen ist die Möglichkeit des Vorsteuerabzugs bei der Anschaffung eines Dienstwagens. Auch bieten viele Versicherungen sogenannte Flottenverträge an, so dass ein Firmenfahrzeug meistens günstiger versichert ist als ein einzelnes (Privat-)Fahrzeug.

Private Nutzung des Firmenwagens?

Firmenwagen mit privater Nutzung

Viele reisende Mitarbeiter dürfen den Firmenwagen auch für private Fahrten nutzen. Ist dies der Fall, kann zwischen dem Führen eines Fahrtenbuchs und der sogenannten 1%-Regel gewählt werden.

Das Fahrtenbuch dient als Nachweis für betrieblich veranlasste und private Fahrten und kann belegen, dass das Fahrzeug tatsächlich geschäftlich genutzt wird. Möchte man sich das tägliche Ausfüllen des Fahrtenbuchs ersparen, bietet sich die praktische 1%-Regel an.

Hier wird monatlich 1 % des Bruttolistenpreises des Firmenwagens als Pauschale für die private Nutzung angerechnet. Durch diese Regel wird der steuerliche Gewinn des Unternehmens um 1 % des Bruttolistenpreises erhöht.

Firmenwagen ohne private Nutzung

Kann dem Finanzamt glaubhaft gemacht werden, dass das Firmenfahrzeug rein geschäftlich genutzt wird, entfällt die oben erwähnte 1%-Regel. Dies ist beispielsweise möglich, wenn der Dienstwagen auf dem Firmengelände verbleibt und der Mitarbeiter in seiner Freizeit keinen Zugriff auf das Fahrzeug hat.

Auch wenn der Mitarbeiter über ein Privatfahrzeug verfügt und somit den Dienstwagen in seiner Freizeit glaubhaft nicht benötigt, entfällt die 1%-Regel. Zur eigenen Sicherheit und als Beweis für das Finanzamt bietet sich in diesem Fall das Führen eines Fahrtenbuchs an.

Firmenwagen finanzieren oder leasen

Eine weitere Möglichkeit, die Kosten eines Firmenfahrzeugs steuerlich abzusetzen, ist die Finanzierung eines Dienstwagens. Bei einem Bankkredit können zumindest die monatlichen Zinsen (nicht die Raten) als Kosten gebucht werden. Bei einem Leasingvertrag dürfen sowohl die monatlichen Leasingraten als auch die Umsatzsteuer steuerlich geltend gemacht werden.

Firmenwagen: Autoabo oder Carsharing

Nicht für jedes Unternehmen lohnt sich ein eigener Fuhrpark. Gehen die Mitarbeiter nur gelegentlich auf Dienstreisen, übersteigen die Kosten für eigene Fahrzeuge gewöhnlich den zu erwartenden Gewinn der Reisen.

Damit der reisende Mitarbeiter dennoch nicht auf den Komfort und die Flexibilität eines Dienstwagens verzichten muss, bietet das Carsharing eine gute Alternative zum eigenen Firmenfahrzeug. Bei Bedarf mietet man einfach ein Fahrzeug von einem Carsharing-Unternehmen.

Die Miete für das Fahrzeug kann natürlich als Kosten gebucht werden. Nebenkosten wie Steuer, Versicherung fallen nicht an, da sie pauschal im Mietpreis enthalten sind. Lediglich Kraftstoff muss bezahlt werden, der wiederum in die Kostenrechnung einfließt. Auch wenn die Miete auf den ersten Blick höher erscheint als die tatsächlichen Kosten eines eigenen Fahrzeugs wären, lohnt sich Carsharing immer dann, wenn nur gelegentlich ein Dienstwagen benötigt wird, da die bei Stillstand des Firmenfahrzeugs durchlaufenden Betriebskosten hier nicht anfallen.

Ein neuer Trend geht zum Autoabo. Hier wird ein monatlicher Betrag - eine Flatrate - an ein Unternehmen (z. B. Autohaus oder Autovermietung) gezahlt. In dem Betrag sind gewöhnlich sämtliche Kosten (Steuer, Versicherung, Wartung, TÜV) enthalten, manchmal sogar Freikilometer. Die Laufzeiten sind oft kürzer als beim Leasing und ein Unternehmen ist flexibler, was neue Modelle und Technik angeht.

Um dem reisenden Mitarbeiter die Wahl des Transportmittels so frei wie möglich zu gestalten, bieten viele Unternehmen ein Mobilitätsbudget an. Lesen Sie hier die Vor- und Nachteile des Mobilitätsbudgets.

Fazit: Oft lohnt sich ein Dienstwagen

Ob sich ein eigener Dienstwagen oder gar eine Flotte für ein Unternehmen lohnt, ist von der Häufigkeit und der Lokalität der Dienstreisen abhängig. In Großstädten ist die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel eventuell günstiger als ein Firmenwagen, da auch die Parkplatzsuche und die oft hohen Parkgebühren berücksichtigt werden müssen.

Sind regelmäßig lange Strecken zu bewältigen, sind eigene Dienstwagen meist günstiger und zeitsparender als das separate Mieten eines Fahrzeugs oder gar die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel oder Taxis. Ist der reisende Mitarbeiter überwiegend in ländlichen Gebieten mit schlecht ausgebautem ÖPNV unterwegs, bietet ein Dienstwagen Flexibilität und Komfort und die Vorteile überwiegen eindeutig die Nachteile.
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Veröffentlicht am 01 Apr. 2022

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